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Das Tor zum Moor liegt im Derndorfer Moos

Moorstationen

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Pressemitteilung

Rosenheim, 24. September 2009

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Eröffnung der Moorstation Nicklheim für den Oktober 2010 geplant
Ein Grünes Klassenzimmer und ein mindestens 14 Meter hoher Aussichtsturm werden gebaut
Das LIFE-Natur-Projekt „Rosenheimer Stammbeckenmoore“ war heute Nachmittag (23.09.09) Thema im Ausschuss für Umweltangelegenheiten, Landwirtschaft, räumliche Entwicklung und Naturschutz. Die Ausschussmitglieder informierten sich vor Ort in der Moorerlebnisstation Sterntaler Filze sowie an der geplanten Moorstation Nicklheim.
Die Infostation „Moorerlebnis Sterntaler Filze“ wurde zum Zeitpunkt des Ausschussbesuches von zahlreichen Senioren, die zum Teil von ihren Enkelkindern begleitet wurden, bevölkert. Landrat Josef Neiderhell freute dies, er sei enorm zufrieden. Dass eine solche Naherholungsmöglichkeit so angenommen werde, das sei ganz toll, so Neiderhell.
Anfang Juni war die Infostation offiziell eröffnet worden. Auf dem rund 1,5 Hektar großen Gelände erfahren Erwachsene, aber auch Kinder und Jugendliche, warum beispielsweise das Wasser in den Hochmooren wieder gestaut wird. Früher wurde dort Torf gestochen, eine mühselige Arbeit an die sich vor allem ältere Menschen erinnern. Um die Natur kindgerecht zu erklären, führt eine „Moor-Elfe“ die Kleinsten durch ihr Reich. Attraktionen sind unter anderem eine Vogelbeobachtungsstation, ein Aussichtstorfhügel, wassergefüllte Torfstiche sowie ein 650 Meter langer Bretterweg, der auch Rollstuhlfahrern, die freie Zufahrt zur Station haben, den Zugang ins Moor ermöglicht. Nach Auskunft des Projektleiters Ralf Strohwasser ist die Infostation zu 99 Prozent fertig gestellt.
Im Unterschied dazu haben die Arbeiten an der künftigen Moorstation Nicklheim noch nicht begonnen. Dort entsteht, in Kooperation mit dem neuen Raublinger INTERREG-Projekt „Moorallianz in den Alpen“, ein umweltpädagogisches Moor-Bildungszentrum. Im Oktober 2010 soll es laut Landrat fertig gestellt sein. Bestandteile sind ein mindestens 14 Meter hoher Aussichtsturm, ein Naturlehrpfad, die alte Torfarbeiterhütte und vor allem das von INTERREG geplante „Grüne Klassenzimmer“. Die Moorstation wird rund um das Moor informieren und dabei auch das alte Wissen um den industriellen und manuellen Torfabbau bewahren. Dazu passend kann die Moorstation über eine 1,4 Kilometer lange und vom örtlichen „Fuizlerverein“ getragene Bockerlbahn, die zwischen Nicklheim und der Station verkehrt, erreicht werden.
Träger des LIFE-Natur-Projekts ist die Umwelt-, Kultur- und Sozialstiftung des Landkreises Rosenheim, die Gemeinde Raubling und das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit. An dem Gesamtetat von knapp 1,9 Millionen Euro beteiligen sich die Europäische Union zur Hälfte, der Bayerische Naturschutzfonds zu 10 Prozent und der Freistaat Bayern mit einem Prozent.
Die Moorlandschaft ist ein Überbleibsel des großen nacheiszeitlichen Rosenheimer Sees. Nachdem dieser im wahrsten Sinne des Wortes vor rund 12.000 Jahren ausgelaufen war, bildete sich zunächst eine Sumpflandschaft, aus der sich durch absterbende Vegetation allmählich ein bis zu acht Meter hohes Hochmoor entwickelte.
Um etwa 1800 begann der Mensch das Moor mit Gräben zu entwässern und abzubauen. Der Torf wurde beispielsweise für die Rosenheimer Saline und später für Brauereien als Energieträger genutzt. Nachdem 2005 beendeten Frästorfabbau in der Kollerfilze gibt es heute nur noch einen minimalen Bademoorabbau für die Kurkliniken in Bad Feilnbach und Bad Aibling. Das LIFE-Natur-Projekt „Rosenheimer Stammbeckenmoore“ startete 2005 und wird im Oktober 2010 enden. Hauptziel des Projektes ist die Renaturierung trockengelegter und abgebauter Hochmoore. Die Wiedervernässung ermöglicht Klimaschutz, da sich Kohlendioxid in dem sich neu bildenden Torf bindet. Das Hochmoor hält zudem Starkregen zurück und schützt so vor Hochwasser. Außerdem entsteht Lebensraum für selten gewordene Tier- und Pflanzenarten und der Ortsteil Nicklheim wird durch die befeuchteten Torfböden vor unkontrollierten Moorbränden geschützt.
Modell der Moorstation Nicklheim (Bild klicken für großes Bild im eigenen Browserfenster)
Leiter des LIFE-Natur-Projekts Ralf Strohwasser mit einem Modell der Moorstation Nicklheim. Rechts neben den beiden Hütten in der Mitte, die seit Jahren bestehen und erhalten bleiben, ist der geplante Aussichtsturm zu sehen. Ganz rechts außen zeigt das Modell eine mögliche Variante des geplanten Grünen Klassenzimmers.
Bildformat 1280 pixel
 
Umweltausschuss Sterntaler Filze (Bild klicken für großes Bild im eigenen Browserfenster)
Leiter des LIFE-Natur-Projekts Ralf Strohwasser bei Erläuterungen in der Infostation „Moorerlebnis Sterntaler Filze“ vor dem Umweltausschuss Sterntaler Filze.
Landrat Josef Neiderhell (Bildmitte) freute sich über den guten Besuch der Station.
Bildformat 1280 pixel
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